Soooooooooo… nachdem das Internet hier im Hospital für eine Woche ausgefallen ist und wir Volos viel Mühe hatten die zuständigen Leute zum Handeln zu motivieren, läuft das Zeug wieder. Ich bin zwei mal am Abend in die eisige Kälte gegangen, um irgendwo in den Straßen einen Anschluß zu bekommen. Nun geht es auch im warmen Zimmer. Joffi!!!
Ok, ich wollte mal kurz mitteilen, wie die Situation gerade bei mir ist.
Ich überlege gerade, womit ich anfange…
Ok.. ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Am 5. Februar waren es genau 6 Monate, die ich schon hier in Israel bin. Das ist ein halbes Jahr. Ich kanns kaum glauben.
Am Anfang hatte ich mir vorgenommen viel herum zu reisen. Dieses Ziel hat sich inzwischen modifiziert. Ich werde die Zeit eher dazu nutzen, auf dem Cello zu pauken und das Klavier zu strapazieren. Das hängt damit zusamen, dass ich den Studiengang “Instrumental-Pädagogik” anstrebe. Die Hochschulen verlangen von den Bewerbern eine Eignungsprüfung im Hauptfach (Cello), Nebenfach (Klavier) und im Musiktheoretischen. Bewerbungsende ist meist der 15. März und die Aufnahmeprüfung soll im Juni sein. Momentan pauke ich am Cello die Bachsuite nr 3 Prelude und die Romberg Sonata in E minor, Opus 38, No. 1. Auf dem Klavier zurzeit nur “Kiss the rain”. Was ich tatsächlich vorspielen werde, kann ich noch nicht sagen. Ich bin da noch am suchen.
Heute ist Montag. Für mich heißt das: Ab zur Orchesterprobe um 7:30 Uhr. Ich besuche ein Synphonieorchester hier in Jerusalem, um mein Cellolevel zu erhöhen und fit zu bleiben.
Hier im French Hospital geht alles seinen geregelten Lauf. Einige kommen, die anderen “gehen”. Heute habe ich mit Nurit, einer Araberchristin aus der Altstadt gearbeitet. Sie hat mich heute gefragt, ob ich mich daran erinnere, als ich kam und wir ein bisschen Zoff hatten. Ich bejate und erwiederte, dass ich mich mittlerweile freue, wenn ich auf dem Arbeitsplan “Nurit+Gerhard” lese (Ich empfinde die Arbeit mit ihr sehr strukturiert und kosequent). Was sie dann sagte, hat mich erfreut: “To be honest: Me to!”
Heute wird eine Patientin entlassen. Das kommt selten vor und ich freue mich, auch mal so etwas hier im French zu erleben.
In diesem Monat kommen neue Volontäre aus Deutschland. Eine aus der Schweiz ist schon da und wird gerade eingearbeitet. Mal sehen, was auf uns da zukommt.
Ach genau und in zwei Wochen wechsel ich mein Zimmer. Dann muss ich die ganzen Karten und Fotos von der Wand abnehmen. Ich denke, ich packe die in ein Album und bewahre die Sachen da auf. Könnte eine Attraktion für meine “Endlich-Daheim-Party” sein.
Meine Mitschriften zum Thema Nehemia laufen noch. Allerdings fehlt mir die Motivation diese in einen Artikel zu packen, weil es sehr viel Zeit kostet. Aber vielleicht schreib ich ja mal ein Buch
.
Die Jerusalem Assembly, meine Gastgemeinde, ist immer noch beim Umbau ihres gekauften Stockwerkes. Wer den Fortschritt mitverfolgen möchte, folge einfach dem Link. Die Gemeinde finanziert den Umbau ohne einen Kredit. Jeder neue Schritt wird angefangen, wenn das Geld vorhanden ist. Als nächstes soll das Klimasystem installiert werden. Wir sitzen also im Moment noch im Kalten. Hab am Shabbat total gefrohren. Am Freitag möchte ich wieder dorthin, um die Räumlichkeiten für den Gottesdienst zu preparieren.
Außer, dass ich meine Familie und meine Freunde vermisse, ist alles im grünen Bereich.
Das soll erstmal reichen. Danke fürs Lesen.
Gerd
Verfasst von shorsh 
Ich aß heute eine Kugel Eiskrem. Sorte: Napoleon Cake. Die italienische Eiscafe-Kette “Aldo” hat in der jerusalemer Innenstadt sogar mehr als drei Fillealen. Es ist gutes Eis dort. Es schmeckte auch diesmal. Zumindest hatte ich das Gefühl, dass es schmeckte. Das Gefühl war nicht nur irgendwo unterschwellig. Nee, es schmeckte wirklich auf der Zunge. Glaube ich. Es gefiehl mir, wie der Eismann mit seinem Spatel die Eicreme in den Becher beförderte. “Aldo” macht sehr große Kugeln. Die sehen aber weniger wie Kugel, mehr wie Klumpen aus. Ich hatte mir einen Klumpen “Napoleon Cake” bestellt. Ich bezahlte für eine Kugel. Wenn ich bei “Aldo” bestelle, dann schaue ich mir immer Alles genau an. Nee, nicht Alles. Nur das, was ich sehen kann. Also Alles, was ich sehen kann. Die haben das Eis sehr schön serviert. In den Eisbehältern ist das Eis sehr schmackhaft, farbig und mit Schoko oder Früchten bereit gestellt. Der “Eismann” war eine Frau. Sie war die Einzige in der Filleale. Zu der Zeit. Manchmal ist da auch ein Mann. Aber diese hat nicht das Eis zubereitet. Ich meine gemischt, hergestellt. Sie hat es nur ausgegeben. Ich hab mir diesmal Alles angeschaut. Wollte ich zumindest. Weil es so interessant ist. Ich hab sogar mehr gesehen, als ich sehen konnte. Nee. Doch. ich meine nicht im Laden. Ich meine später. Später bin ich zwischen zwei Häuser gegangen. Nach Hause. Ich hatte das Eis in der Hand. Es schmeckte. Ich glaube es schmeckte. Nee, es hat wirklich geschmeckt. Ich habe mir das Eis ganz genau angeschaut. Ich schau mir mein Eis immer ganau an. Ganz genau. Und nachher sehe ich mehr als meine Augen erfassen können. Diesmal sah ich tatsächlich mehr. Die, die das Eis gemischt hat, war rothaarig.
![geburtstag[1] Danke Christina](http://gerdinisrael.files.wordpress.com/2009/12/geburtstag1.jpg?w=181&h=229)
